Vitamin D – das Sonnenhormon

Vitamin D ist eigentlich kein Vitamin, sondern ein Hormon. Nur mit genügend Sonneneinstrahlung kann dieses Hormon in unserer Haut produziert werden. Eine Alternative wäre der berühmte Esslöffel Lebertran, der uns auch in den lichtarmen Wintermonaten mit Vitamin D versorgen würde. Aber selbst im Sommer ist die ausreichende Produktion nicht immer gewährleistet. Office Hours von 9 bis 17 Uhr, Tagescreme mit Lichtschutzfaktor und zu viel bedeckte Haut verhindern selbst im Sommer manchmal die ausreichende Produktion. Einer meiner Patientinneneiner Ordensschwesterverordne ich darum sogar im Sommer Vitamin D. Selbst bei Scheichs aus Dubai messe ich häufig zu niedrige Vitamin-D-Spiegel im Blut, da diese sich am liebsten in klimatisierten Räumen aufhalten. Und Blässe gilt als Nobel.

Uns empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine tägliche Menge Vitamin D von 800 I.E.. Professor Garland aus dem Krebsforschungsinstitut der Universität San Diego berichtet dagegen, dass wir zwischen 4.000 und 8.000 I.E. benötigen, um das Risiko vieler Krankheiten abzuwenden. Dafür reichen die Minimalmengen aber nicht. Die meisten Wissenschaftler, die sich intensiv mit Vitamin D beschäftigen, empfehlen einen Blutspiegel von 40 bis 60 ng/ml – den die meisten von uns zumindest im Winter nicht erreichen. Darum meine Empfehlung: Lassen Sie den Wert vom Hausarzt checken. Denn hohe Spiegel halbieren das Risiko, an Darmkrebs, Multipler Sklerose und Diabetes 1 zu erkranken.

Früher galt Vitamin D nur als das Knochen-Vitamin. Niedrige Spiegel verursachen Osteoporose und Rachitis bei Kindern. Heute weiß man: Finnland ist das Land mit den meisten Rachitisfällen, und Rachitis-Kinder leiden viermal häufiger an Diabetes Typ 1 als gesunde Kinder. Wenn der Diabetes 1 erst einmal da ist, kann man ihn mit Vitamin D nicht mehr rückgängig machen. Beim Alterszucker dagegen verbessert ein hoher Vitamin-D-Spiegel die Sensibilität des Rezeptors für das Insulin. Zusätzlich senkt es das Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risiko, hemmt das Tumorwachstum und die Bildung von Metastasen.

Vitamine in der richtigen Menge wirken stärker als fast alle von Menschen erfundenen Medikamente. Leider haben das nicht alle Ärzte erkannt. Und ein schleichender Mangel kommt sehr viel häufiger vor als gedacht. Nur, wenn man das Blut darauf nicht untersucht, fällt das natürlich nicht auf. Akademisch korrekt ist es also, die Menge von Vitamin D im Blut zu messen. Pragmatisch richtig wäre es, die empfohlene Menge von 4.000 I.E. Vitamin D zumindest über die Wintermonate einzunehmen. Und ganz egal, was Ihrem Hausarzt, Apotheker und anderen Bedenkenträgern alles dagegen einfälltdiese Dosis hält die U.S. National Academy of Science für völlig unbedenklich